Stadtpfarrkirche von Traiskirchen
für eine detailliertere Beschreibung der Kirche empfehlen wir die
gleichnamige Broschüre
von Hofrat R. Biegler und F. Schlögl erhältlich
im
Stadtmuseum Traiskirchen
Beschreibung und
Geschichte der Kirche
Eingang (
Brücke und Kirchengraben
)
Hochaltar
Seitenaltäre
Pfarrer von
Traiskirchen (Pater Augustin Koch)
Pater
Andreas
Pater
Gregor
Beschreibung und Geschichte der Kirche
Traiskirchen besitzt eine der größten Wehrkirchenanlagen Niederösterreichs mit fast 100m im Durchmesser.Ein Graben der früher 20m breit und mit Wasser gefüllt war, umgibt die Anlage.Über den Graben führt von der Wienerstraße zum Eingang in die Wehrkirchenanlage, eine aus Steinen gemauerte Bogenbrücke Der noch im ganzen Umfang erhaltene Verteidigungsring besteht aus einer äußeren Mauer und einem Zwinger zur inneren Mauer hin. Da die innere Mauer höher als die äußere war, konnten Angreifer von zwei übereinanderliegenden Vertreidigungslinien abgewehrt werden. Drei Ecken der Zwingmauer sind durch kleine Dreiviertelrundtürme verstärkt. Im Westen ist in der Fortsetztung in der inneren Mauer ein Torturm eingebaut. Um aber eine seitliche Vertreidigung des Zwingers zu ermöglichen ist dem Turm später ein fast bis zur halben Zwingerbreite vorspringender, ursprünglich oben offener ummauerter Vorhof als Torschutz angefügt worden. Der einstöckige Pfarrhof schließt nordwestlich an den Torturm. Der Pfarrhof mit seiner prächtigen Stiegenhalle wurde 1746 vollendet, brante 1945 aus und wurde in den Jahren 1951 bis 1956 in der überlieferten Form wieder aufgebaut. Nach Osten hin schlossen sich Stallungen, Scheunen und Schuppen an, die 1943 zu Wohnungen umgebaut wurden.
Etwa ein Viertel des befestigten
Platzes nimmt der Garten hinter der mächtigen Kirche ein. Mauern mit
Toren trennten ihn bis 1833 vom Friedhof bei der Kirche und dann vom großen
Platz vor der Kirche. Das Gebäude, das nach Süden hin den Kirchenplatz
begrenzt beherbert Pfarrheim und Mesnerwohnung.
Geschichte
Die Pfarrgründung St. Margaretha in Traiskirchen geht auf die Babenberger zurück. Bischof Altmann von Passau weihte 1082 in Traiskirchen eine Kirche auf den Standort einer früheren Kirche. die Pfarre wird 1113 von Herzog Leopold III erstmals dem Stift Melk übergeben. Am 7.1.1120 wird das Pfarrgebiet festgesetzt. Es umfasst die Gebiete der heutigen Pfarren: Tribuswinkel,Pfaffstätten, Baden, St. Helena, Sooß, Bad Vöslau, Gainfarm, Leobersdorf, Kottingbrunn, Sollenau, Tattendorf, Günselsdorf, Oberwaltersdorf, Ebreichsdorf, Unterwaltersdorf und Moosbrunn. Durch die Aufspaltung der alten, großen Pfarrbezirke und damit für die Ausbildung des gegenwärtigen Pfarrnetzes waren vor allem die Pfarrgründungen des 13./14. Jahrhunderts von großer Bedeutung.
Im Türkenkrieg des Jahres 1683 wurde die Kirche bis auf die Grundmauern zerstört. Abt Gregor Müller des Stiftes Melk initiierte einen Neubau der Kirche.Baumeister Mathias Gerl, ein bekannter Wiener Architekt und Baumeister, bekam den Auftrag, die Pfarrkirche St. Margareta von Traiskirchen neu zu errichten. Die neue Kirche wurde am 12. Juni 1774 durch Fürsterzbischof Kardinal Migazzi eingeweiht. Gestalter des Innenraumes der Kirche war der Bildhauer Johann Joseph Resler.
1888 wurde die Kirche renoviert.
Im 2. Weltkrieg wurde das Kirchendach und der Kirchturm schwer beschädigt.
In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erfolgte eine Teilsanierung
der Kirche. Im Jahre 2002 wurde sie wieder renoviert und die Fassade in
der Originalfarbe hergestellt
Eingang
( Brücke und Kirchengraben )
Über den Graben führt von der Wienerstraße zum Eingang in die Wehrkirchenanlage eine aus Steinen gemauerte Bogenbrücke. Die Brücke ließ nach der Inschrift am mittleren Brückenbogen der Abt von Melk im Jahre 1746 bauen. Den Zugang zur Brücke bewachen zwei Steinstatuen, rechts der Hl. Sebastian, links der Hl. Nepomuk. Sie stehen auf Sockeln mit der Jahreszahl 1716 und mit Wappen mit Turnierhelmen.
Der heilige Johannes Nepomuk ist der Schutzpatron von Böhmen und wird in Wassernöten um seine Fürbitte angerufen. Man pflegt sein Standbild an Landungsplätzen, Brücken und Stegen aufzustellen.
Der heilige Sebastian ist der Pestpatron und die berühmtesten Gebetserhöhrungen durch den heiligen Sebastian geschahen zu Rom 680, zu Mailand 1575 und zu Lissabon 1799, als in diesen Städten die Pest wütete. Eine Skulptur des Heiligen findet sich auch in der Pfarrkirche neben dem rechten Seitenaltar.
Diese beiden Statuen wurden vermutlich
zum Dank für das Erlöschen der Pest, die im Jahre 1716
in 18 Häusern von Traiskirchen Einzug gehalten hatte, errichtet. 6
Jahre später wurde aus dem gleichen Grunde die Pestsäule am Hauptplatz
geschaffen.
Das Hochaltarbild stellt die Namenspatronin unserer Kirche die Hl. Margareta im Kampf mit dem Teufel ( in Gestalt eines Drachens ) dar. Über den Maler dieses schönen Bildes ist nicht viel bekannt. Er hieß schlicht und einfach MEYER und war vermutlich aus Traiskirchen oder aus der näheren Umgebung.
Margareta war die Tochter eines heidnischen Priesters
in Antiocha.Die Stadt liegt in der heutigen Türkei, nördlich
von Antalya. Als Angehörige der Christen wurde sie von ihrem Vater
verstossen und musste im Jahr 305 unter Kaiser Diokletian verschiedene
Martern erleiden. Sie überstand jedoch alle Qualen und wurde schließlich
wegen ihrer Treue zum christlichen Glauben und wegen ihrer Jungfräulichkeit
enthauptet.
Mehr über die Hl. Margareta erfahren Sie unter
http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Margareta_Marina_von_Antiochien.htm
Im Osten wie im Westen wurde sie sehr früh verehrt und bei Festen immer wieder gefeiert.Sie zählt zu den " Vierzehn Nothelfern". Ihre Reliquien zeigt man bei Bolsena ( in der Nähe von Rom ).
Ihr Namenstag wird am 20. Juli gefeiert.
Meistens wird die Heilige im Kampf mit dem Drachen (Teufel) dargestellt. Wegen ihres Namens ( Margaretha = Perle ) trägt sie sehr oft einen Perlenkranz und eine Krone.
Das Hochaltarbild ist von vier Statuen umgeben.
Sie stellen folgende Heilige dar (von links nach rechts )
Hl. Benedikt, Hl. Koloman,Hl. Josef, Hl. Barbara.
Marienaltar
An diesem Altar finden die Marienandachten (Maiandacht)
statt.
Altar des Hl. Sebastian
Alles über den Hl. Sebastian erfahren Sie unter
http://www.heiligenlexikon.de/BiographienS/Sebastian.htm
An diesem Altar findet am Karftreitag die Grablegung statt.
Aus der langen Liste der in Traiskirchen
tätigen Pfarrer (über 60) möchte ich die nach 1945 tätigen
Seelsorger näher vorstellen.
Pater Augustinus Koch (OSB
Pfarrer von 1946 - 1974
Pater Augustinus übernahm die Pfarre Traiskirchen in einer denkbar schlechten Situation. Der beliebte Pfarrer Godhalm Steiner musste aus gesundheitlichen Gründen auf die Pfarre verzichten,das Kriegsende war da mit all seinen Nachwirkungen und Leiden. Von diesen notwendigen und schwierigen Projekten seien beispielweise folgende aufgeführt: Wiederaufbau des total zerstörten Pfarrhofes samt Messnerwohnung, vorerst einmal eine provisorische Deckung des Kirchendaches und Reparatur des Kirchenturmes, wobei dann in den 50er Jahren die Generalsanierung beider Teilvorhaben erfolgte. Neuanschaffung zweier für Kriegszwecke abgegebenen Glocken, Renovierung der Inneneinrichtung der Kirche.
Neben diesen rein "weltlichen" Sorgen des Wiederaufbaues musste P. Augustinus auch Initiativen in der Seelsorge setzen, was nach 6 Jahren Krieg und den sich daraus ergebenden Folgen nicht leicht war.
Sein gesamtes Wirken für Traiskirchen würdigte damals der Gemeinderat der Stadt und verlieh P. Augustinus den "Goldenen Ehrenrinng der Stadt Traiskirchen" als Anerkennung seiner Leistungen um den Wiederaufbau der Stadt im weitestem materiellen und immateriellen Sinne.
Das Leben von P. Augustinus ist einfach und geradelinieg: Geboren 1901 in Klosterneuburg trat er nach der Mittelschule in das Kloster Melk ein.Nach dem Theologiestudium in Innsbruck und Salzburg empfing er am 9. Mai 1926 in Salzburg die Priesterweihe.Dann war er Kaplan in Gänserndorf, Leobersdorf,Traiskirchen, Bad Vöslau und Wullersdorf.Von 1934 bis 1946 war er Pfarrer in Prottes.Die folgenden Jahre in Traiskirchen wurden schon beschrieben.
Nach seinem Ruhestand im Jahre 1974 führte er im Stift Melk bis zu seinem Tode am 25. Juli 1990, das beschauliche Leben eines Mönches.
Pater Augustinus Koch wird in der
Geschichte der Stadt Traiskirchen und in jener der Pfarre St. Margareta
immer seinen gebührenden Platz haben.
Pfarrer von 1974
- 1990
P. Andreas Meze war Pfarrer in Traiskirchen von 1974 - 1990. Seine Tätigkeit als Seelsorger war leider überschattet durch seinen jahrelangen Kampf gegen eine schwere , heimtückische Krankheit (Krebs), der er schließlich erst 45 jährig unterlag.Er war der Typ des modernen Seelsorgers mit viel Humor und einem "Wiener Schmäh" mit dem es ihm möglich war viele Jugendliche und Personen die der Kirche fern standen zu gewinnen. Ich erinnere mich zB. wie er eines Tages nach einer Chemotherapie ohne Haare auftauchte und seine Glatze als den "Landeplatz des hl. Geistes" bezeichnete.Unvergessen sind auch seiene kurzen und prägnanten Predigten, bei denen er den Schluß offen hielt, diesen musste sich jeder Gläubige selbst erarbeiten. Er vergrösserte die Ministrantenschar stark, unter ihm wurde das Ministrieren von Mädchen eingeführt. Er war auch Feuerwehrkurat der FF. Wienersdorf.
Seine Hilfsbereischaft veranlasste sogar Mutter Teresa ihm einen Dankesbrief zu schreiben, nachdem er 1988 drei Schwestern des Ordens der Mutter Teresa im Pfarrhof unterbrachte. Sie kochten für die damals noch nicht in das Flüchtlingslager offiziell aufgenommenen hilfsbedürftigen Flüchtlinge und versorgten sie mit den Lebensnotwendigkeiten. Die Friedensnobelpreisträgerin schrieb: Lieber Pater Andreas, Gott segne Sie für all die Liebe, die Sie unsern Schwestern geschenkt haben, als diese für die Flüchtlinge gearbeitet haben. Möge unsere Gottesmutter auch immer Ihre Mutter sein und Sie beschützen. Gott segne Sie, Ihre Mutter Teresa.
Pater Andreas Meze wurde am 17.
Mai 1945 in Wien geboren. Er legte 1965 im Melker Stiftsgymnasium die Matura
ab und trat dann in den Orden der Benediktiner ein. Er empfing die Priesterweihe
am 29. Juni 1970, unterrichtete dann ein Jahr Religion am Melker Stiftsgymnasium.Er
war ein Jahr in Lassee tätig, als er im Jahre 1972 als Kaplan nach
Traiskirchen beordert wurde. Ab dem Jahre 1974 wurde er, nach dem
Eintritt von Pater Augustin in den Ruhestand, zum Pfarrer von Traiskirchen
bestellt. Nach langen schweren Leiden ist er am 30. Mai 1990 verstorben.Unter
großer allgemeiner Anteilnahme wurde er am 5. Juni 1990 im Priestergrab
am Traiskirchner Friedhof begraben.
WIR WERDEN IHN NIE VERGESSEN
Pater Andreas und Altabt Reginald bei der Einweihung der URBANI Kapelle ( September 1989)
Pater Andreas mit dem holländischen Bauorden beim
Bau der ROCHUSKAPELLE in Wienersdorf (1985)
Pfarrer von 1990 - 2010
Pater Gregor Zöchbauer wurde am 29. März 1934 in Kapelln bei St. Pölten als Anton Gregor Zöchbauer geboren. Seine Mutter war die Schwester von Leopold Figl, des ersten Bundeskanzlers der 2. Republik. Pater Grgor absolvierte nach der Volksschule die Mittelschule in St. Pölten und das Stiftsgymnasium in Melk. Am 23.9.1953 war die Einkleidung in das Noviziat der Benediktiner des Stiftes Melk. Er nahm als Ordensnamen den Namen Gregor an. Danach studierte er auf der Universität Salzburg Theologie und Philosophie. Er wurde am 1.August 1958 im Stift Melk zum Priester geweiht.Von 1959 bis 1966 war er Pfarrer in Immendorf. Dann war er bis 1990 Seelsorger von Wullersdorf, er betreute aber dazu noch die Pfarren von Schöngraben und Guntersdorf. Von 1988 bis 1990 war er auch Dechant des Dekanats Hollabrunn. Nach dem Tode von Pater Andreas übernahm er im September 1990 die Pfarre von Traiskirchen.Er renovierte die Pfarrnebengebäude und schuf so die Grundlage für ein florierendes Pfarrleben. Es wurden vor Allem von der Jugend viele schöne Theaterstücke aufgeführt, es gab interessante Diavorträge, aber auch viele religiöse Vorträge zB. ein Seminar der theologischen Volkshochschule, Bibelvorträge etc. Wir haben für alle Altersgruppen Pfarrkreise (Kirchenmäuse, Schulkinder, Jugend, Frauenrunde, Seniorenrunde etc) in denen jeder der interessiert ist mittun kann. Im Jahre 2002 ließ Pater Grgor die Fassade der Kirche erneuern. Sie hat jetzt wieder ihre ursprüngliche Farbe.
1994 wurde Pater Gregor "Erzbischöflicher Konsistorialrat". 1998 erhielt er von der Stadtgemeinde Traiskirchen das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Traiskirchen für seine erfolgreiche Arbeit als Seelsorger und Stadtpfarrer von Traiskirchen.
Am 28. März 2004 feierte Pater Gregor unter großer Anteilnahme der Bevölkerung im Rahmen einer Festmesse seinen 70. Geburtstag.
50 jähriges Priesterjubiläum
Am 1 August 1958 wurde Pater Gregor im Stift Melk zum Priester geweiht. Aus diesem Anlass gab es im Sommer 2008, zum 50 jährigen Priesterjubiläum Feiern in seinem Geburtsort Kapelln und in seiner Pfarre Traiskirchen.
Sonntag, 3. August 2008
Feier in Kapelln
( Geburtsort von
Pater Gregor )
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Einzug
zur Festmesse
Altabt von Melk
Burkhart Ellengast bei der Laudatio
Die AGAPE (bei herrlichem Wetter
im Pfarrgarten von Kapelln)
Alphornbläser spielen auf
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die Äbte Fürnsinn und Ellengast, Pfarrer Fent u.v.A. |
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(auch Feuerwehrhauptmann) bei der Ansprache |
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Die Familie
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mit den Nichten von P. Gregor |
Pater Gregor mit Bruder Rupert und Schwester Anneliese |
Zum Andenken an P. Gregors 50
jähriges Priesterjubiläum
wurde im Pfarrgarten eine Linde
gepflanzt.
Sonntag, 7. September 2008
Feier in Traiskirchen
Der Kinderchor begrüsst P. Gregor am Anfang der Festmesse
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Pater Gregor und der Abt
von Melk G. Wilfinger tragen sich unter
Aufsicht von
Bgm. F. Knotzer in das "Goldene
Buch von Traiskirchen" ein
AGAPE
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Weihbischof von Wien Stephan Turnovszky |
Die Geburtstagstorte wird angeschnitten
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Unter der strengen Aufsicht von Frau M. Herzog schneidet P. Gregor die Torte an
Sonntag, 3. Oktober 2010
Verabschiedung von Pater Gregor
Bilder von der Festmesse und der anschließenden Agape
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Frau Rosa Ecker, die langjährige Haushälterin von P. Gregor mit Fr. Piriwe
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Wir wünschen Pater Gregor
für seinen Lebensabend Gottes Segen
und noch viele glückliche
Jahre.